Uni Hamburg entzieht Brinkmann den Doktorgrad

Laut der Welt hat die Universität Hamburg Uwe Brinkmann (SPD) heute den Doktorgrad entzogen. Damit wurde nun auch dem ersten SPD-Politiker der Doktortitel offiziell aberkannt. Brinkmann reiht sich in eine Reihe ehemaliger Doktoren ein, die allesamt durch die sogenannten Plagiat-Wikis Guttenplag und Vroniplag des Plagiarismus beschuldigt wurden und deren Doktorarbeit einer genaueren Untersuchung durch die jeweilige Universität nicht stand hielt: Guttenberg, Koch-Mehrin, Pröfrock, Saß,

Die Chronologie im Plagiatsfall Brinkmann

Auf der Plattform Vroniplag tauchten am 6.6.2011 die ersten Plagiatsvorwürfe bzgl. der Doktorarbeit Uwe Brinkmanns auf. Der Plagiatezähler kletterte sehr schnell von 3 % auf knapp 9 % und auch danach ging es flott weiter. Keine zwei Wochen später verkündete Brinkmann, dass er auf den Doktortitel verzichte und sendete seine Doktorurkunde zurück an die Universität Hamburg, wo er promoviert wurde. Diese Vorgehensweise unterschied sich stark von dem Umgang von Guttenberg, Koch-Mehrin oder anderen mit den Plagiatsvorwürfen, da er mit der Rücksendung klar machte, dass er auf den Titel verzichtet und er selbst einsieht, dass er diesen womöglich gar nicht verdient hatte. Außerdem verhinderte er damit eine wochenlange Diskussion über seinen Namen und seine Doktorarbeit in den Medien. Davon könnten sich andere (z.B. Chatzimarkakis) eine dicke Scheibe abschneiden.

Entzug des Doktorgrades

Nun wurde Brinkmann der Doktortitel auch offiziell aberkannt – eigentlich genau so, wie man es erwartet hatte. Dennoch ist es in diesem Fall noch weniger sensationell, da Brinkmann deutlich (im Gegensatz zu Guttenberg, der dann irgendwann ebenfalls verzichtete) gezeigt hat, dass er verzichtet.

Die Welt schreibt zum Entzug des Doktortitels im Fall Uwe Brinkmann:

„Der Dekan der rechtswissenschaftlichen Fakultät habe Lenzen mitgeteilt, dass der zuständige Promotionsausschuss festgestellt hat, dass erhebliche Teile der Arbeit nicht beziehungsweise nicht hinreichend gekennzeichnete Zitate enthält.“

Dies ist für Vroniplag-Verfolger keine Neuigkeit.

Interessant hingegen ist aber, dass die Welt schreibt, es sei noch nicht bekannt, ob Brinkmann von seinem Widerspruchsrecht Gebrauch machen wolle. Hier dürfte man doch eigentlich davon ausgehen können, dass jemand, der als erste Reaktion auf die Plagiatsvorwürfe hin, seine Doktorurkunde eintütet und sofort an die Uni Hamburg zurücksendet, wohl kaum Widerspruch einlegen wird. Das „eigentlich“ steht dort noch, da man im Hinblick auf die Verhaltensweisen von Politikern im Zusammenhang mit Plagiatsvorwürfen, wohl nichts ausschließen kann.

Was meinen die Leser? Hat Brinkmann im Umgang mit der Plagiatsaffäre optimal gehandelt? (Das soll kein Lob sein, die Tatsache, dass er den Doktortitel zu Unrecht bekommen hat und getäuscht hat, bleibt ja nach wie vor bestehen und ist verwerflich.)

2 Gedanken zu „Uni Hamburg entzieht Brinkmann den Doktorgrad“

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