Plagiat bei Pröfrock: Uni Tübingen entzieht Doktortitel

Die Uni Tübingen hat heute den Entzug des Doktortitels im Fall Matthias Pröfrock bekannt gegeben. Wie schon berichtet, hätte die Uni Tübingen eine andere Entscheidung auch nur schwer erklären können. Pröfrock ist damit ein weiterer ehemaliger Doktor, dessen Doktorarbeit einer Überprüfung des Vroniplags auf Plagiate nicht standhalten konnte und bei dem am Ende der Entzug des Doktortitels steht.
Bereits am 13. Mai berichtete guttengate.de über Pröfrock und die Vorwürfe des Vroniplags, viele Textstellen seiner Doktorarbeit seien ein Plagiat. Pröfrock verzichtete seither bereits auf die Führung seines Doktortitels, der ihm nun von offizieller Stelle aberkannt wurde. Am 25. Mai sprach guttengate.de bereits davon, dass der Entzug des Doktortitels für „nur noch reine Formsache“ sei. So war es nun wohl auch.

Per Pressemeldung veröffentlichte die Universität Tübingen heute (06.07.2011) morgen um 10:31 Uhr die Nachricht, dass die Uni dem Politiker Matthias Pröfrock den Doktorgrad entziehe:

„Die Untersuchung der Dissertation hat ergeben, dass sie in nicht unerheblichem Maße fremde Texte wörtlich übernimmt, ohne dass dies kenntlich gemacht wurde. Damit lag bei Verleihung des Doktorgrades keine „selbständige wissenschaftliche Arbeit“ vor, die nach § 38 Abs. 3 S. 1 LHG Voraussetzung für eine Promotion ist.“

Gut zwei Stunden später meldete Bild.de, dass Pröfrock die Entscheidung der Universität Tübingen akzeptiere und zitiert ihn wie folgt:

„Für mein wissenschaftliches Fehlverhalten stehe ich ein und trage die Verantwortung für die Fehler, die ich gemacht habe, indem ich nicht alle fremden Textstellen in meiner Dissertation korrekt gekennzeichnet habe“

Das klingt soweit ja schon einmal ganz vernünftig. Dass Pröfrock aber wohl doch nicht so vernünftig ist, zeigt eine andere Aussage seinerseits, die sinngemäß das folgende ausdrückt:

„Sie haben mich sicher nicht wegen meines Doktortitels gewählt“

Da hat er vollkommen Recht:

In Zukunft werden wir ihn gerade wegen seines Doktortitels nicht wählen!

Mal ehrlich – das ist wieder mal der Gipfel der Dreistigkeit! Selbstverständlich hat ihn wahrscheinlich niemand wegen des Doktortitels gewählt (wobei wir mal nicht ausschließen möchten, dass sich jemand davon hat beeindrucken lassen), aber wie auch Florian Freistetter im Blog www.scienceblogs.de korrekt feststellt, hätte ihn sicherlich kaum jemand gewählt, wenn er bereits zum Zeitpunkt der Wahl als Plagiator überführt worden wäre.

Genau wie Koch-Mehrin sollte er schleunigst sein Mandat niederlegen, denn es kann nicht im Sinne der Wählerschaft sein, sich von so jemandem vertreten zu lassen.

Interessant wäre eine Umfrage, wie viele der Wähler, die Pröfrock gewählt haben, ihn nun sofort abwählen würden, wenn es möglich wäre. Ich bin überzeugt, dass es weit über 50 % wären.

Ich frage mich gerade, ob man jemanden, dessen Doktorgrad von der Universität wieder aberkannt wurde, weil er der Verwendung von Plagiaten überführt wurde, tatsächlich schon „Betrüger“ nennen darf. Darf man Koch-Mehrin oder auch Pröfrock nun als Betrüger bezeichnen oder sollte man das lieber nicht tun, wenn man sich nicht in Kürze in einem Gerichtssaal wiederfinden möchte?


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3 Kommentare zu Plagiat bei Pröfrock: Uni Tübingen entzieht Doktortitel

  1. Erbloggtes sagt:

    Leider sind das nicht die schlimmsten Meldungen (oder besten, wie man’s nimmt). Althusmann und Winkels überschatten den Skandal, wie Pröfrock am Mandat klebt.

  2. Pingback: Plagiatsfall Matthias Pröfrock: Universität Tübingen entzieht Doktortitel | | no-abilities.de

  3. Paule sagt:

    Eine Partei – FDP – welche die Dotortitelbetrüger Koch-Mehrin und Chatzimarkakis in
    ihren Reihen duldet und unbekümmert gewähren läßt, verliert das letzte Fünkchen
    Glaubwürdigkeit und wird unwählbar!

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