Kaum Aufmerksamkeit der Medien im Fall Bijan Djir-Sarai

Der nächste Plagiatsfall auf dem Vroniplag-Wiki ist öffentlich, es handelt sich, wie bereits berichtet, um die Doktorarbeit von Bijan Djir-Sarai.

Sehr auffällig und gleichzeitig verwunderlich ist, dass dieser Fall bisher kaum Beachtung in der deutschen Medienlandschaft gefunden hat. Lediglich in kleineren Zeitungen oder Blogs wurde bisher darüber berichtet. Warum?

In den bisher öffentlich gewordenen Plagiatsfällen bei bekannten Personen des öffentlichen Interesses wurde recht schnell darüber in den großen Medien berichtet. Dies ist im Fall von Djir-Sarai anders.

Wenn man beispielsweise bei google nach News zum Thema „Sarai Plagiat“ sucht, findet man nur drei Ergebnisse. Die gefundenen Meldungen sind alle vier bis sechs Tage alt und behandeln die Vorwürfe grob – kein Vergleich zu den Ergebnissen der google-News-Suche in den vorherigen Plagiatsfällen.

Dies könnte verschiedene Gründe haben. Zum einen schlichen sich die Plagiatsvorwürfe gegenüber Sarai langsam aus dem Vroniplag heraus und der Interessierte Internetnutzer konnte schnell herausfinden, gegen wen die neuerlichen Vorwürfe gerichtet waren. Dass aus diesem Grund allerdings der große Knall ausbleibt und kaum ein Nachrichtenportal darüber berichtet ist eher unwahrscheinlich.

Vielleicht hat die Presse bisher nicht darüber berichtet, weil die Anzahl der gefundenen Plagiate noch nicht so hoch war, dass sichergestellt war, dass es sich bei der Doktorarbeit von Sarai tatsächlich um einen Täuschungsversuch handelte. Diese Theorie war bis vor einigen Tagen mein Favorit, allerdings dürfte auch sie seit einigen Tagen hinfällig sein, da der Plagiatezähler des Vroniplags nun schon bei guten 22 % steht.

Eine weitere Möglichkeit, könnte sein,  dass die Plagiate bei Sarai und die aktuellen Enthüllungen irgendwie an der Presse vorbeigingen. Diese Möglichkeit kann man allerdings getrost ausschließen, denn das ist nicht vorstellbar.

Ist kein Interesse mehr vorhanden?

Könnte es sein, dass das Interesse an den Plagiatsfällen gesunken ist? Sind die Bürger satt und haben genug von den Plagiatsaffären? Egal um was es geht, dies scheint ein ganz normales menschliches Verhalten zu sein. Ob BSE, Libyen, Fukushima oder viele andere Beispiele – nach einer gewissen Zeit nimmt die Berichterstattung über ein Thema extrem ab. Beim sogenannten Rinderwahn war das auch schon sehr auffällig, nach einigen Wochen hörte man plötzlich keine neuen Zahlen mehr. Es scheint also ein „menschliches“ Phänomen zu sein. Dennoch dürfte das Interesse an den Plagiatsfällen noch nicht so arg abgeebbt sein, dass ein neu entdecktes Plagiat in einer Doktorarbeit einer prominenten Person keine Meldung mehr auf einem Newsportal wert ist?

In den kommenden Tagen dürfte sich zeigen, welche der Theorien zutrifft oder ob es sogar an etwas ganz anderem liegt.

Übrigens: Wer wegen dem BSE-Beispiel jetzt neugierig geworden ist, dem sei dieser Link ans Herz gelegt 😉

Dieser Beitrag wurde unter sarai abgelegt und mit , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

2 Kommentare zu Kaum Aufmerksamkeit der Medien im Fall Bijan Djir-Sarai

  1. Pingback: Wechselnde Medienaufmerksamkeit in 20 Fällen von Plagiatsverdacht | Erbloggtes

  2. LMB sagt:

    ich sehe eine gewisse sättigung in der öffentlichkeit. es wäre trotzdem gut, wenn manche medien die neuen plagiatsfälle zumindest als randmeldungen aufnehmen würden.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.