Prominenter Plagiatsfall: Pal Schmitt, Präsident Ungarns

Nicht nur bei uns gibt es Plagiatsfälle. Auch in Ungarn gab es in der Vergangenheit Plagiatsvorwürfe. Zuletzt gegen den ungarischen Präsidenten Pal Schmitt. Nun wurde der Bericht der Untersuchungskomission vorgelegt. Obwohl die Plagiate relativ offensichtlich seien, werde nicht konkret der Begriff Plagiat verwendet. Vor allem wortwörtliche Übersetzungen habe Schmitt übernommen, ohne diese zu kennzeichnen, berichtet der Spiegel.

Darüber hinaus enthalte der Bericht auch keine Empfehlung bezüglich Entzug oder Bestätigung des Doktorgrades von Pal Schmitt. Die Schuld sucht Schmitt indes wohl bei der Universität Semmelweis in Budapest, sie habe ihn nicht auf die Mängel aufmerksam gemacht. Außerdem habe Schmitt die selben Quellen verwendet, wie der Autor des Originaltextes.

Es scheint im Fall Schmitt eher so, als würde er den Doktortitel behalten und die Schuld, ähnlich wie z.B. Koch-Mehrin, auf andere schieben.

Wir berichten, wenn es eine Entscheidung gibt.

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3 Kommentare zu Prominenter Plagiatsfall: Pal Schmitt, Präsident Ungarns

  1. Erbloggtes sagt:

    Die Ungarn sind nicht zu beneiden. Zu den zentralen Problemen dieses Falles gehört es wohl, dass das diktaturähnliche Fidesz-Regime die Wissenschaft unter seiner Kontrolle hat: Did Pál Schmitt Plagiarize His Dissertation? Expert Panel Publishes Its Report.

    Was die ungarische Regierung mit Wissenschaftlern macht, die ihr nicht genehm sind, das hat sie schon vor über einem Jahr demonstriert.

  2. Erbloggtes sagt:

    Fidesz hat Schmitt fallen gelassen: Plagiat: Präsident Schmitt verliert seinen Doktortitel. Wenn Regimechef Orban ihn nun auch fallen lässt, dann wird er Ex-Präsident.

    Obgleich es in dieser Story viele Parallelen zu deutschen Fällen wie Guttenberg oder Wulff gibt, widert sie mich noch mehr an. Ich hoffe, ich kann sie schnell wieder vergessen.

    • guttengate sagt:

      Danke für den Hinweis. Die deutschen Medien haben wohl etwas länger gebraucht um diese Meldung zu verbreiten.
      Auch dieser Fall kann eigentlich nur mit dem Rücktritt Schmitts enden. Es gibt hier keinen Spielraum für Ausreden und Ausflüchte, auch wenn die Schuld offiziell erstmal nicht bei Schmitt zu suchen sei. Dennoch hat Schmitt diese Doktorarbeit geschrieben und auch eingereicht, da spielt es eigentlich schon keine Rolle mehr ob die Uni die Arbeit angenommen hat oder nicht.

      Na dann hoffen wir, der Fall bereitet Ihnen nicht zu viele schlaflose Nächte.

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