Schon wieder ein Plagiat: Uwe Brinkmann?

Nun war es einige Tage ruhiger um das Vroniplag, doch schon hat das Wiki wieder ordentlich Fahrt aufgenommen. Nachdem nun im Fall Djir-Sarai weitere Plagiate entdeckt wurden, steht scheinbar schon der nächste Fall an: Uwe Brinkmann

Am frühen Abend des gestrigen Tages stand der Plagiatezähler der Doktorarbeit von Uwe Brinkmann bei ca. 3 %. Gestern Abend um 23:45 Uhr waren es bereits knapp über 9 %.

Der aktuelle Stand kann hier eingesehen werden.

Entweder die Anzahl der aktiven Mitglieder und Plagiatsjäger im Vroniplag hat wieder zugenommen oder die Suche und die Entdeckung von Plagiaten gestaltet sich im Fall Uwe Brinkmann viel einfacher als beispielsweise zuletzt bei Sarai. Möglicherweise liegt die einfachere Überprüfbarkeit auch daran, dass die Doktorarbeit Brinkmanns komplett online einsehbar ist und somit bereits in elektronischer Form vorliegt.

Auf viele Details zur Doktorarbeit von Uwe Brinkmann wird in einem Artikel auf erbloggtes eingegangen. Daher erspare ich mir an dieser Stelle die ausführlichere Berichterstattung und verweise auf den sehr umfangreichen Artikel des dortigen Autors. Es gibt dort auch schon einige Informationen über den Autor der Doktorarbeit.

Wer sich über Brinkmann selbst informieren möchte, findet unter anderem einen interessanten Artikel des Spiegels. Dieser stammt zwar aus dem Jahr 2003 – ist also eigentlich schon extrem veraltet – bietet aber dennoch einige Einblicke in die Karriere / Karrierepläne des Herrn Doktor Uwe Brinkmann:

„Bei der nächsten Wahl in Hamburg 2004 in die Bezirksversammlung einziehen, vielleicht auch in die Bürgerschaft. Das ist ja eine Art Feierabend-Parlament, da kann ich vielleicht die Doktorarbeit nebenher machen.“

Nach den bisher aufgetauchten Vorwürfen (z.B. kein Literaturverzeichnis) kann man schon jetzt durchaus zu dem Schluss kommen, dass die Doktorarbeit vielleicht tatsächlich „nebenher“ geschrieben wurde.

11 Gedanken zu „Schon wieder ein Plagiat: Uwe Brinkmann?“

  1. Der Spiegel-Artikel ist ja sehr interessant. Besten Dank für den Hinweis! Das hat mich gleich zu einem weiteren Beitrag inspiriert, in dem ich meiner Enttäuschung darüber Ausdruck verleihe, dass – und wie – die SPD in die Plagiatsaffäre einsteigt.

    Soeben hat VroniPlag übrigens die 10-Prozent-Marke geknackt. Die hohe Geschwindigkeit dürfte (neben dem Einsatz eines neuen Mitarbeiters) tatsächlich zum Großteil daher rühren, dass die Entdeckung von Plagiaten hier viel einfacher ist, mitbedingt durch die Online-Veröffentlichung der Arbeit.

    1. Danke Verona! Allerdings war „scheinbar“ zum Zeitpunkt des Artikels im Sinne von „angeblich“ und nicht im Sinne von „vermutlich“ doch wohl noch korrekt, oder?

  2. nö. „scheinbar“ heißt „in wirklichkeit nicht“, eben nur ein Schein. Die richtige Formulierung wäre: „Es scheint ….. zu sein.“
    Aber hier scheint es so zu sein, dass viele „unserer“ Akademiker nur „scheinbar“ einen echten Doktortitel rechtmäßig erworben haben. Es werden immer mehr Fälle von Plagiaten entdeckt.
    Und da habe ich mich in der Klinik schon seit langen Jahren gefragt, wo unsere Herren Doktoren wohl ihren Doktor gemacht haben? Jetzt weiß ich wie!

  3. Wer zum Teufel ist UWE BRINKMANN. Welche Kriterien muss denn ein Vroniplag Opfer erfülle? ich dachte zumindest bekannt sein. Mein Nachbar hat auch ein Doktorgrad. Der kommt mir immer so blöd. Kann ich ihn auch irgendwie hier reinstellen? Bekannt ist er nicht, außer in unserer Straße. reicht das?

    1. Was heißt „Opfer“?
      Wenn vroniplag aufdeckt, dass eine Doktorarbeit aus vielen Plagiaten besteht, kann man doch im Zusammenhang des Autors nicht von „Opfer“ sprechen! Wenn jemand betrügt und das ans Licht kommt oder jemand deswegen sogar per Gericht zu Recht verurteilt wird, spricht man doch auch nicht von „Opfer“ sondern von „Täter“.

      Die Kriterien kann ich Dir nicht nennen. Allerdings dürfte Brinkmann bekannter sein als Ihr Nachbar. Vielleicht ist es ja einen Versuch wert, mit Ihrem Nachbarn. Nur weil er Ihnen „blöd kommt“, ist aber kein Grund, aus dem die Doktorarbeit untersucht werden sollte und das ist auch sicher nicht der Antrieb der Vroniplag-Aktivisten! Es geht bestimmt nicht darum, jemanden zu diffamieren, der einem nicht passt. Wenn Sie das nicht verstanden haben, sollten Sie sich nochmal gründlicher informieren.

  4. Wie entscheidet die VroniPlag Community welche Doktorarbeit sie sich als nächste „vorknöpft“? Es sollte zumindest einen begründeten Verdacht geben, oder? Auf welcher Informationsbasis wird dieser geschöpft? Solange dies nicht schlüssig dargelegt wird, empfinde ich das Vorgehen gegen die Autoren als politisch und kommerziell (siehe die Unmengen Werbebanner auf den entsprechenden Seiten) motivierte Hexenjagd.

    Viele Grüße

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