Jubiläum, Guttenberg, Koch-Mehrin, Saß, Pröfrock und dann?

Zum Wochenende ein kleiner Artikel zum Anlass des 50. Beitrags inklusive Zusammenfassung der aktuellen Plagiatsfälle.

Am 17. Februar erblickte das Guttengate-Blog das Licht der Welt. Gerade wurden ersten Plagiatsvorwürfe gegenüber Guttenberg öffentlich, die Süddeutsche Zeitung berichtete über Fischer-Lescano, der Plagiate in der Doktorarbeit Guttenbergs gefunden haben wollte.

Knapp drei Monate später muss man davon ausgehen, dass der Fall Guttenberg einen Stein, vielleicht sogar eine Lawine ins Rollen gebracht hat. Ruckzuck fanden sich zahlreiche Freiwillige, die im Internet auf Plagiatesuche gingen und die ihre Ergebnisse gemeinsam im Guttenplag-Wiki und Vroniplag-Wiki veröffentlichten und verfeinerten. Da war eigentlich schon klar, dass die Doktorarbeit Guttenbergs nicht die einzige bleiben würde, die genauestens untersucht wird. So geschah es dann auch. Nach Guttenberg, bzw. genau genommen auch noch während der Plagiatsaffäre Guttenbergs, wurden im Vroniplag bereits die Dissertationen von Silvana Koch-Mehrin, Veronica Saß (Tochter von Edmund Stoiber) und Matthias Pröfrock untersucht. Bereits ziemlich zu Beginn hat die Zahl der gefunden Plagiate wahrscheinlich schon für Kopfzerbrechen, aber zumindest Besorgnis, bei den Plagiatoren gesorgt.

Nach Guttenberg ist nun ebenfalls Koch-Mehrin vom Großteil ihrer politschen Ämter zurückgetreten und musste sich schlussendlich dem Druck der Öffentlichkeit beugen. Da nutzte auch das wochenlange Schweigen zu den Plagiatsvorwürfen  nichts. Immerhin hat sie die Vorwürfe nicht wie unserer ehemaliger Verteidigungsminister als „absurd“ abgetan. Ihren Doktortitel hat Koch-Mehrin im Moment noch inne.

Damit kommen wir auch schon zum dritten Kandidaten: Veronica Saß.
Ihr wurde diese Woche bereits der Doktortitel aufgrund von Plagiarismus entzogen. Diesem Fall schenkten die Medien zurecht nicht so viel Aufmerksamkeit. Klar, Saß ist Tochter von Edmund Stoiber und ist daher auch kein „no-name“, dennoch kannte doch sie doch vor ihrer Plagiatsaffäre kaum jemand. Nachvollziehbar, dass dieser Fall auch weniger Interesse weckt.

Der vierte Fall, der aktuell im Interesse der Medien steht, ist die Doktorarbeit von Matthias Pröfrock. Die Plagiatsvorwürfe gegenüber Pröfrock haben bereits dazu geführt, dass er auf die Führung des Doktortitels verzichtet. Lobenswert ist, dass Pröfrock nach Bekanntwerden der Plagiatsvorwürfe die Uni Tübingen selbst um eine Untersuchung gebeten haben soll. Allerdings kann man das auch nicht arg hoch anrechnen, denn erst kopieren und beim Auffliegen dann die gute Miene zum bösen Spiel zu machen, ist ja auch nicht die feine Art.

Ich gehe davon aus, dass auch bei Koch-Mehrin und Pröfrock die ausführliche Untersuchung der Doktorarbeit durch die Universitäten Heidelberg und Tübingen zum Entzug des Doktortitels führen, da er jeweils zu Unrecht verliehen wurde.

Spannend wird auch sein, wer der nächste Kandidat im Plagiate-Casting sein wird. Vielleicht könnte man das ganze ja als TV-Format aufziehen, mit Titel „Germany’s next Plagiator“.

 

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