Uni Heidelberg entzieht Koch-Mehrin Doktortitel

Schon wieder! Eines vorneweg, es ist wirklich Zufall. Den Artikel „Untersuchungsbericht der Uni Heidelberg zu Doktorarbeit von Silvana Koch-Mehrin?“ habe ich gestern Nacht verfasst und heute Morgen veröffentlicht, noch bevor irgendwo etwas über die Entscheidung der Uni Heidelberg zum Entzug des Doktortitels von Koch-Mehrin (FDP). Umso schöner, wenn man heute gleich die Antwort auf seine Frage erhält. Seit heute Mittag lässt sich……vielerorts lesen, dass die Universität Heidelberg der FDP-Politikerin und ehemaligen Vizepräsidentin des Europaparlaments Silvana Koch-Mehrin den Doktorgrad enziehen wird.

Entzug des Doktortitels für Koch-Mehrin unausweichlich

Betrachtete man die Untersuchungsergebnisse des Vroniplags,  konnte jeder vernünftige Bürger nur zu dem Schluss kommen, dass Silvana Koch-Mehrin ihren Doktorgrad nicht rechtmäßig erhalten hatte und ihre Doktorarbeit folglich auch nicht den Standards wissenschaftlichen Arbeitens genügt.

Schön für die Plagiatsjäger und alle „rechtmäßigen“ Doktoren, dass jetzt auch die Universität Heidelberg diese Entscheidung getroffen hat, wie in der offiziellen Pressemitteilung der Uni zu lesen ist.

So wird darin unter anderem Dekan Berg zitiert:

„Das vom Promotionsausschuss der Philosophischen Fakultät geprüfte Material belegt eindeutig, dass die […] Dissertation […] in substanziellen Teilen aus Plagiaten besteht“

Koch-Mehrin gibt sich nicht geschlagen

Der Spiegel schreibt heute: „Die Politikerin will prüfen lassen, ob die Entscheidung rechtlich einwandfrei ist.“

Unverständlich, dass Frau Dr. Koch-Mehrin nicht erkennt, wann sie verloren hat. Noch viel unverständlicher und in der Tat schon peinlich, sollte sie wirklich versuchen, ihren Doktortitel durch rechtliche Schritte behalten dürfen zu können. Damit wären wir dann wirklich wieder beim Gipfel der Dreistigkeit angelangt. Gleichzeitig würde Koch-Mehrin ihr letztes Bisschen Glaubwürdigkeit – sollte überhaupt noch etwas davon übrig sein – verspielen. Wieso das offensichtliche nicht einfach anerkennen und den Fehler eingestehen? Das absehbare Ende der Plagiatsaffäre Koch-Mehrin erinnert mich nun doch an den Plagiatsfall Guttenberg, denn auch dieser wies die Vorwürfe am Anfang vehement zurück und auch als die Vorwürfe sich stark erhärteten, tat Guttenberg die Vorwürfe als „abstrus“ ab.

Dabei dachte man doch zunächst, Koch-Mehrin hätte aus dem Umgang Guttenbergs mit der Plagiatsaffäre gelernt. Vielleicht hatte ihr anfängliches Schweigen ja doch ganz andere Gründe?

Zum Abschluss noch dieses Zitat des Dekans Berg, welches sich ebenfalls in der offiziellen Pressemitteilung der Universität Heidelberg zur Doktorarbeit von Koch-Mehrin findet:

„Der Promotionsausschuss ist sich darüber im Klaren, dass der Entzug des Doktortitels eine schwerwiegende Maßnahme darstellt, und hat sich diese Entscheidung nicht leicht gemacht.“

Diese Aussage hebt noch einmal hervor, dass es sich bei den in der Doktorarbeit gefundenen Plagiaten keineswegs um Textstellen handelt, deren Quellen „aus Versehen“ nicht genannt wurden. Nein, hier wurde bewußt sowie absichtlich getäuscht und das stellt auch die Universität mit diesem Statement deutlich klar.

Keine strafrechtlichen Folgen für Koch-Mehrin

Da ihre Doktorarbeit bereits vor über fünf Jahren verfasst wurde, muss Koch-Mehrin keine Ermittlungen der Staatsanwaltschaft fürchten. Mehr zum Thema Urheberrecht und Verjährung bei einer Doktorarbeit.

6 Gedanken zu „Uni Heidelberg entzieht Koch-Mehrin Doktortitel“

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