Plagiatsvorwürfe gegen Frank-Walter Steinmeier

Der Fraktionschef der SPD, Frank-Walter Steinmeier steht unter Plagiatsverdacht im Zusammenhang mit seiner Doktorarbeit. Dies berichtet heute Morgen der FOCUS Online. Der „Münsteraner Hochschullehrer“ Uwe Kamenz habe die Doktorarbeit samt Quellen durch eine Computer-Analyse laufen lassen und die Ergebnisse der Universität Gießen, an der Steinmeier promoviert wurde, übersendet.

Steinmeier selbst, der diese Ergebnisse ebenfalls erhalten haben soll, wies die Plagiatsvorwürfe als „absurden Vorwurf“ klar von sich und erklärte

„Sollte sich die Uni Gießen zu einer Überprüfung entschließen, sehe ich dem Ergebnis mit großer Gelassenheit entgegen.“

Der Prüfbericht, den Kamenz erstellt hat, umfasst laut Focus 279 Seiten. Auch wenn es bereits erste Stimmen gibt, die bei den meisten Unstimmigkeiten von „lässlichen Sünden“ sprechen und viele der von Kamenz bemängelten Stellen als unproblematisch einstufen, so ist es doch höchstinteressant, dass die Sache erst jetzt – eine Woche nach der Bundestagswahl – ans Licht kommt. Bei einem Umfang von fast 280 Seiten darf man doch davon ausgehen, dass es einige Zeit gedauert hat, den Bericht zu verfassen. Wurde er absichtlich zurückgehalten? Hat man vielleicht sogar abgewartet, ob man ihn überhaupt veröffentlicht? Steckt da wirklich das Interesse an der Wissenschaft im Vordergrund oder geht es um Politik?

Wir beobachten den Fall weiter. Es ist mal wieder ein sehr prominenter Fall von Plagiatsvorwurf und auch der Ausgangspunkt ist ein Mal mehr kein „*-Wiki“ wie Gutenplag oder Vroniplag.

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