Plagiatsvorwürfe Margarita Mathiopoulos

Das Vroniplag-Wiki überprüft zur Zeit auch die Doktorarbeit von Margarita Mathiopoulos. Die Doktorarbeit von Mathiopoulos (Wikipedia) wurde im Jahr 1986 eingereicht und im darauffolgenden Jahr veröffentlicht. Wie auch Chatzimarkakis, promovierte sie an der Uni Bonn.

Man darf an dieser Stelle natürlich fragen, wieso die Aktivisten des Vroniplags diese Doktorarbeit untersuchen. Die Antwort kann ich bisher leider auch nicht liefern. Bekannt wurde Mathiopoulos 1987, als Willy Brandt die seinerzeit Parteilose zur Parteisprecherin nominierte. Der daraus resultierende Streit innerhalb der SPD führte im Frühjahr 1987 dann auch zum Rücktritt Brandts als Parteivorsitzender der SDP zurück. 2002 trat Mathiopoulos der FDP bei (Quelle: Wikipedia).

Laut der Zeit, wurde die Doktorarbeit von Margarita Mathiopoulos schon im Jahr 1989 genauer betrachtet und bereits damals war aufgefallen, dass die Arbeit den Standards wissenschaftlichen Arbeitens nicht gerecht wurde.

Besonders interessant ist der Fall der Margarita Mathiopolous vor allem deswegen: Während Mathiopoulos promovierte, hat sie wahrscheinlich noch nicht auf die Recherche im Internet zurückgreifen können und auch nicht ahnen können, dass irgendwann ganz einfach nachprüfbar sein würde, woher ihre Textpassagen stammen. Andererseits ist die Arbeit für die Plagiatsjäger vielleicht auch etwas schwerer, da ja nicht alle Werke, die von Mathiopoulos für die Arbeit verwendet wurden, mittlerweile zwingend im Internet auffindbar sind.

Fraglich ist auch, ob die Universität Bonn überhaupt tätig werden würde, da die Arbeit und die Vorwürfe ja auch nicht neu sind. Damals wurde ja schon entschieden, dass der Doktortitel nicht entzogen wird. Vielleicht kann diese Entscheidung auch heute noch revidiert werden? Da kenne ich mich leider zu wenig aus.

Aktuell steht der Plagiate-Zähler bei 15 %.


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9 Kommentare zu Plagiatsvorwürfe Margarita Mathiopoulos

  1. Damals kam die Sache nicht groß an die Öffentlichkeit, heutzutage sieht es da anders aus. Wenn die Arbeit voller Plagiate sein sollte, so sieht es ja aus, wird die Universität Bonn sich überlegen müssen, ob sie ihren eigenen Ruf auf’s Spiel setzen will.

    Warum man sich für Margarita Mathiopoulos nun interessiert? Ich denke zum einen, dass man sie aus guten Gründen für eine Marionette des Großkapitals hält, zum andern denke ich auch, dass die FDP in besonderer Weise Abneigung auch auf Seiten der Vroniplag-Macher erzeugt und dass man sich möglicherweise auch zunutze machen will, dass die FDP derzeit dem Abgrund näher ist als alle anderen Parteien: Schläge, die eine andere Partei noch verkraften könnte, können der FDP bereits den Rest geben…

  2. Michael sagt:

    @Herr Sobottkaa: Sie haben Recht, die FDP ist derzeit dem Abgrund wirklich sehr nahe. Aber ich glaube nicht, dass die Vroniplag-Macher sich etwas zu nutze machen wollen oder sie der FDP „den Rest geben“ möchten. Dazu sind es einfach zu viele Aktivisten. Ich gehe momentan davon aus, dass es einfach Zufall ist, dass zum jetzigen Zeitpunkt so viele FDP-Gesichte runter Plagiatsverdacht stehen. Da kommt bestimmt noch mehr, auch für andere Parteien.

  3. Pingback: Margarita Mathiopoulos: Muss Westerwelles Beraterin nochmal zittern? | Guttengate - Plagiat & Plagiatsvorwürfe

  4. paul sagt:

    Wieso versuchen so viele zu leugen, dass es nun mal in bestimmten Parteien eben besonders viele eitle Pfaue gibt, denen die Selbstdarstellung so ungeheuer wichtig ist, dass sie dafür sogar betrügen würden?

    Es ist eben kein Zufall, dass man diese Charaktereigenschaft besonders oft bei Neoliberalen oder Konservatien findet. Die Eitelkeit bei Personen wie Guttenberg, konnte doch wohl sogar ein Blinder mit Krückstock erkennen.

    Ihr könnt ganz sicher sein, dass bereits bei allen Poltitikern aus der ersten Reihe von Rot-Grün und der Linkspartei eine Prüfung stattgefunden hat – und was erwartet ihr bitte, wenn man da nunmal nichts gefunden hat? Dass man die Doktorabeiten der roten fälscht und extra Plagiate reinschreibt? Also bitte, diese dümmliche Behauptung, dass es sich hier bei der Prüfung um eine „Verschwörung von Kommunisten“ handelt, ist nicht nur lächerlich, sondern wurde bereits mehrfach widerlegt.

    Mit etwas Glück können wir bestenfalls noch einen völlig unbedeutenden Hinterbänkler der Roten finden, das wird aber garantiert nichts daran ändern, dass es bei Schwarz-Gelben Poltitikern immer mehr betrügerische Arbeiten geben wird, als bei den anderen.

    Ich habe selber mehrere Doktorarbeiten von den Roten, den Grünen und von den Dunkelroten überprüft – „leider“ gab es keinen Grund zur Beanstandung! Wer das Gegenteil behauptet, soll für diese haltlosen Unterstellungen endlich handfeste Beweise vorlegen – oder bitte sein unverschämtes Mundwerk halten!

    Wir arbeiten für die Wahrhaftigkeit der Wissenschaft und gegen Betrügereien. Würde jemand auf die dämliche Idee kommen, die Polizei oder der Staatsanwaltschaft einer kommunistischen Verschwörung zu bezichtigen, wenn sie gegen schwarze Kassen bei der CDU ermittelt oder gegen Steuerhinterzieher bei der FDP? Nein auf diese absurde Idee würde auch niemand kommen.

  5. HM sagt:

    „Während Mathiopoulos promovierte, hat sie wahrscheinlich noch nicht auf die Recherche im Internet zurückgreifen können und auch nicht ahnen können, dass irgendwann ganz einfach nachprüfbar sein würde, woher ihre Textpassagen stammen.“ So das Editorial, oder wie auch immer man den Text ganz oben bezeichnen soll. – Mich irritiert daran die implizite Behauptung, es sei, als Mathiopoulos promoviert wurde (so muß es heißen, auch wenn es ständig, selbst in Akademikerkreisen, falsch im Aktiv formuliert wird – man wird nämlich promoviert, und zwar von der Fakultät, und kann nicht einfach mal so von selbst promovieren, genauso, wie man geprüft wird und nicht selbst prüft) „nicht ganz einfach nachprüfbar“ gewesen, ob sie irgendwo abgekupfert habe. Mag wohl sein, daß das nicht „ganz einfach“ war, aber im Prinzip nachprüfbar war so etwas sozusagen schon immer, spätestens, seitdem es Bibliotheken und den Fernleihverkehr gibt. Solche Formulierungen können sich m. E. nur Dünnbrettbohrern nahelegen, die sich leider auch oder gerade hier tummeln – die nämlich grundsätzlich ihre Weisheit überhaupt nur noch aus dem Internet beziehen und es für ein extravagantes Unternehmen halten, sich ein veritables Buch zu besorgen und selbst darin zu lesen und zu suchen, statt dies einer Suchmaschine zu überlassen.
    Zugegebenermaßen kann man in der Regel nicht damit rechnen, daß die Gutachter von Hochschulschriften mehr als die für das Thema einschlägigen wichtigsten Forschungsbeiträge kennen und gut genug im Kopf haben, um ggf. aufmerksam zu werden. Leider werden auch Rezensionen von veröffentlichten Arbeiten oftmals von Rezensenten verfaßt, die gar nicht wirklich in das Thema genug eingearbeitet sind, daß sie etwa auch entlegenere Texte dazu kennen. Insofern war es bis Google etc. tatsächlich sehr viel schwieriger, Plagiaten auf die Spur zu kommen – aber nachprüfbar war da durchaus einiges.
    Aus dem gleichen internet-bornierten Geist entspringen auch solche Aussagen, die behaupten, jemand habe nicht plagiiert, denn man habe eben bei den entsprechenden Suchläufen nichts gefunden. Da wird offenbar überhaupt nicht reflektiert, daß nach wie vor – Gott sei Dank oder leider, je nach Geschmack – „im Internet“ nur ein kleiner Bruchteil aller gedruckten Texte zugänglich ist. Wer etwas anderes behauptet, hat überhaupt keine Ahnung, welche Textmengen über die Jahrhunderte und nach wie vor alljährlich im Druck produziert worden sind bzw. produziert werden. So jemand hat möglicherweise noch nie eine größere Bibliothek von innen gesehen. Die Tatsache, daß man z. B. über „Google Bücher“ z. T. auf die entlegensten Texte stößt (was auch für viele Zwecke eine höchst begrüßenswerte Sache und der Wissenschaft allemal dienlich ist), wird leider vor gar zu vielen dahingehend mißverstanden, daß man auf diese Weise auf die für’s Thema wichtigen Texte stößt, etwa auf die Standardwerke. Gerade solche, ganz besonders, wenn sie neueren Erscheinungsdatums sind, findet man im Internet gerade nicht, oder höchstens dem Titel nach.
    Um Respekt vor den Herrschaften Plagiatjägern zu bekommen, müßte ich wahrnehmen, daß sie z. B. erst einmal die in der Dissertation nachgewiesene Literatur durchgehen, und zwar auch die, deren Text man nicht maschinell durchsuchen kann. Sachkenntnis und/oder kundiges Bibliographieren würde dann auch noch zu den Texten führen, die im Literaturverzeichnis der Dissertation überhaupt nicht angeführt sind (bitte nicht mit Quellenverzeichnis verwechseln), aber thematisch relevant sind. Immerhin liegt der Verdacht nahe, daß womöglich gerade aus diesen besonders intensiv abgekupfert worden ist. Ja, da wird’s mühsam und zeitraubend – soviel kann man aber eigentlich gerade von Leuten erwarten, die sich hier, so weit ich es sehe, besonders „wissenschaftlich“ gebärden und im für Wikipedisten typischen hochtrabenden und apodiktischen Ton daherkommen, der doch in Wahrheit nur präpotent ist (es verbergen sich dahinter ja auch gar so oft nur unreife Jüngelchen und etwaige weibliche Pendants sowie verhärmte Leutchen von dem Typus, der früher gern „Privatgelehrter“ in seinen Telefonbucheintrag schreiben ließ und die ihr habituelles Gefühl des geltungsmäßigen Zukurzgekommenseins mit unaufgeforderter Kritikasterei und Beinpinkelei zu kompensieren versuchen).
    Übrigens sitzen nach meinem Eindruck die Ober- und Hauptplagiatoren gar nicht in Studenten- bzw. Doktorandenbuden, sondern in den Redaktionen der Medien gleich welcher Art. Da begegnet es einem ständig, daß Beiträge ganz und gar aus einer einzigen Neuveröffentlichung geschöpft werden, ohne daß auch nur ein einziges Quentchen davon unabhängiger Sachkenntnis in den Text einfließt – ganz wie das Referat eines Erstsemesters, halt nur durch journalistische Schreibe ein bißchen aufgemotzt. Man muß dann schon froh sein, wenn wenigstens ein Hinweis auf die Publikation angefügt ist, aus der die Weisheit geschöpft ist. (Das findet z. B. beim SPIEGEL hin und wieder, aber mitnichten durchweg statt.) Am ärgerlichsten ist es, wenn man selbst als Leser sachkundig genug ist, um zu wissen, daß da ganz olle Kamellen (vorzugsweise längst erledigte exotische Außenseitermeinungen) als neueste Forschungserkenntnisse wiedergekäut werden – was eben verrät, daß das Herrchen oder Frauchen Journalist überhaupt keine Sachkompetenz hat. (Darin ist besonders der SPIEGEL ganz groß, z. B. wenn es um historische oder pseudohistorische Themen geht wie die wahre Autorschaft der Werke Shakespeares, die Hermanns(Arminius)-Figur, die Nibelungen, Jesus und die Urchristen usw. usw.) Insofern hat es ein besonderes Geschmäckle, wenn sich gerade Journalisten über die Plagiate von Politikern ereifern und entrüsten… dabei könnten sie ach so viele Krähen in ihrer Nähe finden und fänden da viel zu hacken. Aber die Gültigkeit des Sprichworts bestätigt sich da leider wieder.

  6. Reinhard Lammering sagt:

    Warum immer nur die A-Promis der Politik? Ich kenne eine Reihe von zynischen Alt-achtundsechzigern, die mit ihren dürftigen „Anstrengungen“ eine feine Beamtenkarriere hingelegt haben. Einzelne verwursteten ihre Diss noch an Institutionen, die ihrer Eitelkeit und ihrem Geldbeutel gut taten. Gemeinsam war ihnen allen, dass sie ihre Macht immer auszuspielen bereit waren und dieses auch rücksichtslos taten.Wie sagt ein Sprichwort: Dummheit und Stolz wachsen auf einem Holz.

  7. Hannes sagt:

    Ich würde einfach mal behaupten, dass diese Seite „guttengate.de“ nichts anderes wie ein Plagiat der Ur-Seiten, Guttenplag und VroniPlag auf http://www.wikia.com/Wikia, sind. Sie sind nichts anderes wie ein Trittbrettfahrer mit kommerziellen Absichten.

    • guttengate sagt:

      Lieber Hannes,
      schön, dass Sie ihrem Unmut Luft gemacht haben. Leider muss ich Sie dennoch enttäuschen, guttengate.de ist bestimmt kein Plagiat ihrer sogenannten „Ur-Seiten“. Guttenplag und Vroniplag sind zwei Plattformen, auf denen in Gemeinschaftsarbeit Doktorarbeiten genauer untersucht werden. Dies findet hier nicht statt. Die idee ist aber gar nicht schlecht, so könnte die Seite ja dann wirklich noch ein Millionenprojekt werden…
      Nächstes mal sollten Sie das vielleicht nicht „einfach behaupten“, sondern den schwereren Weg einschlagen und sich ein bisschen einlesen.

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