Nächster Plagiatsverdacht: Dr. Arne Heller und Doktorarbeit

An vielen Universitäten ruht derzeit die meiste Arbeit, doch beim Vroniplag ging es in den vergangenen Wochen kaum ruhiger zu. So geht es wohl auch jetzt munter weiter:

Gestern Morgen äußerte das Vroniplag einen neuen Plagiatsverdacht und machte die Plagiatsvorwürfe gegenüber Dr. Arne Heller öffentlich.

Die Doktorarbeit von Arne Heller wurde 1998 unter dem Titel „Unternehmensführung und Unternehmenskontrolle unter besonderer Berücksichtigung der Gesamtverantwortung des Vorstands“ veröffentlicht. Heller wurde von der Universität Hamburg promoviert.

Arne Heller?

Zweifelsohne werden auch im Fall Heller wieder einige rufen, wer denn Arne Heller überhaupt sei. Eines vorneweg: Er ist kein Politiker. Zu außergewöhnlicher Bekanntheit dürfte er es in Deutschland bisher auch nicht gebracht haben, was keineswegs negativ zu bewerten ist. Dr. Arne Heller arbeitet derzeit hauptsächlich als Anwalt und als Hochschuldozent, wie dem Internetauftritt seines Unternehmens entnommen werden kann:

„Er ist Dozent für International Law an der Frankfurt School of Finance & Management an der Immanuel-Kant Universität zu Kaliningrad sowie geschäfsführender Direktor der German American Trade Association (New York).“

Plagiatezähler zur Doktorarbeit Hellers

Die 10 % – Grenze, die sich das Vroniplag selbst auferlegt hat, bevor Plagiatsverdachte publiziert werden, ist schon deutlich überschritten. Der Zähler steht bei knapp 29 %, was bedeutet, dass auf fast einem Drittel der Seiten mindestens ein Plagiat enthalten ist.

Es geht nicht darum, bekannte Persönlichkeiten bloßzustellen

Die Vroniplag-Aktivisten haben ja bereits in der Vergangenheit klargestellt, dass es nicht in erster Linie um die Personen gehe, sondern tatsächlich um die Doktorarbeiten und deren Qualität. Die aktuelle Häufung von öffentlich gewordenen Plagiatsfällen, in denen die Verdächtigen keine besonders bekannten Persönlichkeiten sind, stützt diese Äußerungen und deutet darauf hin, dass sich dabei zum damaligen Zeitpunkt keineswegs um einfache Behauptungen zum Selbstschutz gehandelt hat.

So schreibt zum Beispiel auch der Vroniplag-Nutzer „Martin Klicken“ in der Diskussion, wieso denn nun eine Doktorarbeit einer derart unbekannten Person untersucht wird:

„Nachtrag: Also, die Person selbst ist mir auch nicht wichtig. Aber vor dem Hintergrund der Frage, ob ich die Dissertation öffentlich kritisieren darf, stelle ich fest: Wer sich selbst so wichtig nimmt, dass er diese Dissertation veröffentlicht hat, der muss auch in Kauf nehmen, dass andere ihm zumuten, dass er die zugehörige Kritik (zur Dissertation!), ebenfalls öffentlich vorgetragen, gut aushalten kann. Und im Wiki geschieht ja genau das. Analyse bzw. kritische Auseinandersetzung mit solchen veröffentlichten Werken.

Martin Klicken 11:28, 28. Aug. 2011 (UTC) „

Dem ist doch tatsächlich nichts hinzuzufügen, oder?!

Die Uni Hamburg müsste bereits informiert worden sein. Man darf gespannt sein, wie es in diesem neuen Fall weitergeht.

Update (22.02.2012): Hier geht es zu den Informationen zum Plagiatsverdacht an der Frankfurt School of Finance and Management.

Update II (27.02.2012): Dank einem freundlichen Hinweis der Frankfurt School wissen wir, dass Arne Heller bereits seit einigen Jahren nicht mehr Dozent an der Frankfurt School ist. Wie darf man nun verstehen, dass er dennoch auf dieser Webseite damit wirbt? Schmückt sich da jemand mit falschen Lorbeeren? Arg veraltet kann die Webseite nicht sein, der im August 2011 hinterlegte Link funktionierte nämlich jetzt (Februar 2012) nicht mehr.

3 Gedanken zu „Nächster Plagiatsverdacht: Dr. Arne Heller und Doktorarbeit“

  1. Gut getarnte Privatfehde gegen Dr. Heller, dessen Dr.-Vater Prof. Martens im Streit mit wichtigen Vertretern des Fachbereichs Rechtswissenschaften liegt. Im Umfeld dieses Streits dürfte auch der Anschwärzer zu finden sein, der hier in großen
    Worten zu begründen versucht, wie man denn gerade auf Dr. Heller gekommen sei. Fadenscheinig! Hier wird m.E. versucht, wider besseres Wissen ein Plagiat nachzuweisen, das es in der bisher bekannten und kritisierten Form nicht gibt, da Heller zwar bei vielen Paraphrasierungen auch wörtlich übernimmt, jedoch nie ohne Verweis auf den Quelltext in der dazu gehörigen Fußnote. Ich nehme gern Wetten an, dass die Uni Hamburg den Fall schnellstens ohne Sanktion ad acta legen wird. Diese Vroniplag-Seite wurde m.E. nach dem Motto eröffnet: „Irgendwas wird schon hängen bleiben.“ Das könnte sich aber auch rasch als Eigentor für die selbsternannten Weltenretter erweisen.

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